2019

Sprungturm bleibt ganze Saison gesperrt - HAZ 21.03.2019

Zu viele Sicherheitsmängel / Neue Sprunganlage kommt 2020 / Becken wird abgeflacht
VON CARINA BAHL


Der Sprungturm im Freibad entspricht nicht der geltenden DIN-Norm.


Großburgwedel. Der Sprungturm in Großburgwedel muss die komplette Freibadsaison 2019 geschlossen bleiben. Das hat die Stadtverwaltung am Dienstagabend im Sport- und Freizeitausschuss erklärt. Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.
Warum wurde der Sprungturm überhaupt gesperrt?
Bei einer Überprüfung im Sommer 2017 stellte sich heraus: Der Sprungturm im Freibad entspricht nicht der geltenden DIN-Norm. Es gibt Sicherheitsmängel. Der Einer- und Dreier-Sprungturm stehen zu dicht beieinander, teils zu dicht am Rand. Der Sicherheitsbereich beim Springen ist nach vorn zu kurz. Zudem sind die Leitern zu steil angebracht, und die Geländer sind gefährlich, weil sie waagerechte Sprossen haben – Kinder könnten draufklettern oder dazwischendurchrutschen.
Wie kam es zu der Überprüfung?
Es gab laut Stadtverwaltung einen Hinweis an die Bademeister. Um sicherzugehen, ließ die Stadt einen Gutachter den Sprungturm prüfen. Zudem wurde im Frühjahr 2018 – als das Wasser raus war – das Becken unter dem Sprungturm vermessen. Das Ergebnis: Auch der Winkel, in dem das Becken vom Schwimmerbereich zum Sprungbereich tiefer wird, ist viel zu steil. Die Stadt musste aus Sicherheitsgründen den Sprungturm sperren.

Warum ist nicht vergangenes Jahr schon etwas geändert worden?
Die Stadt hat gemeinsam mit dem Rat im vergangenen Jahr einen Arbeitskreis gegründet. Bei mehreren Begehungen wurden Varianten durchgespielt und geprüft, wie sich der Sprungturm retten oder neu realisieren ließe. Gleichzeitig wurden weitere Sanierungsmängel im Freibad aus den Sechzigerjahren – etwa in den Duschen oder an den Gebäuden – mit aufgenommen, um einen Überblick zu bekommen.

Welche Lösungen gibt es?
Bis Herbst 2018 stand im Raum, die Stadt müsse ein komplett neues Sprungbecken bauen, um die Normen und Sicherheitsauflagen erfüllen zu können. „Das hätte immense Kosten verursacht“, betont Hauptamtsleiter Götz-Gero Moeller. Bodenuntersuchungen, aufwendige Bauarbeiten und nicht zuletzt eine neue Technik hätte es für das separate Becken gebraucht. Die Politik war bereits so weit, das im Zweifelsfall auch zu beschließen.

Warum gibt es jetzt eine andere Lösung?
Im November 2018 wurde die DIN-Norm geändert – diesmal zum Vorteil Burgwedels. Mit den aktuell geltenden Abständen kann die Stadt einen neuen, sicheren Sprungturm an der jetzigen Stelle bauen. Der Abstand zwischen Einer und Dreier muss mindestens zwei Meter betragen, die Wassertiefe mindestens 3,50 Meter. Die alten Sprungtürme stehen aktuell 1,70 Meter nah beieinander. Die Wassertiefe lässt hingegen mit knapp 3,80 Meter Spielraum zu, damit die Stadt den kritischen Winkel im Sprungbecken von 46 auf 30 Grad abflachen kann. Das ist wichtig, damit niemand nach dem Sprung gegen eine Kante tauchen kann.

Was kostet das?
Die Politik hat grünes Licht für einen Fachplaner gegeben, der die neue Sprunganlage entwickeln soll.

Die Stadt kalkuliert mit 120 .000 Euro für den neuen Turm und die Änderung am Beckenboden. Im Herbst soll die Planung beginnen, im Winter die Ausschreibung folgen, im Frühjahr der Bau vollzogen werden. „Aber das ist abhängig vom Wetter und davon, ob sich Firmen auf die Ausschreibung bewerben“, betont Stadtarchitektin Claudia Kröger. Im Idealfall steht der neue Sprungturm zum Saisonstart am 1. Mai 2020. Der Planer soll zudem auch einmal eine neue Rutschanlage mit ins Auge fassen.

Und dann ist alles gut?
Nein, auch mit dem neuen Sprungturm wird es Einschränkungen im Freibad geben. Ein Problem, das sich in der kleinen Sprungbucht nicht beheben lässt, ist der Sicherheitsbereich nach vorn beim Springen. Künftig werden – sollte jemand gerade springen – zwei der sechs Schwimmbahnen gesperrt werden müssen. Nur so ist der Sicherheitsabstand von neun Metern gewährleistet.

Lässt sich in diesem Sommer vielleicht ein Auge zudrücken?
„Es gibt immer wieder Fragen, ob nicht unter Aufsicht oder wenigstens für die Schwimmabzeichen eine Ausnahme gemacht werden könnte“, sagt Bürgermeister Axel Düker. Aber nein: Der Turm bleibt ausnahmslos gesperrt. „Wir wissen jetzt um die Sicherheitsmängel. Wenn etwas passiert, ist das längst nicht mehr fahrlässig. Dann machen wir uns strafbar.“ Als Vater sei er mit seinem Sohn auch nach Burgdorf gefahren, um sich den Drei-Meter-Sprung für das Silber-Abzeichen quittieren zu lassen. Das sei misslich, „aber die Lösung, die wir jetzt haben, ist gut und richtig“. Immerhin: Für das Bronze-Abzeichen kann in diesem Sommer im Freibad vom Startblock gehüpft werden.

Hallenbad: Bade erhöht Druck auf Politik - HAZ 04.02.2019

Hallenbad: Bade erhöht Druck auf Politik
SC-Chef fordert Entscheidung bis Mitte 2019 und droht auch mit Rückzug aus Betrieb des alten Bades

Altwarmbüchen. Die Planungen für ein neues Hallenbad drohen zu scheitern, die Fronten sind verhärtet. Während die CDU noch keine Grundlage für einen Beschluss sieht, macht der Schwimmclub (SC) Altwarmbüchen jetzt Druck: Wenn keine Entscheidung bis Sommer falle, sei das Projekt gestorben, sagt Eckhard Bade.

Wenn der SC-Vorsitzende über sein Projekt spricht, dann hört sich alles einfach an: 5,5 Millionen Euro soll das Hallenbad kosten, das er möglichst auf dem TuS-Gelände in Altwarmbüchen bauen lassen will. Dabei muss nicht die komplette Summe auf den Tisch gelegt werden. Eine halbe Million Euro ist für die Planung einkalkuliert, die er persönlich unentgeltlich vornehmen will. Weitere 500 000 Euro sind Eigenleistungen. Bleiben 4,5 Millionen Euro, die über einen Kredit finanziert werden müssen, bei dem die Gemeinde für 1,5 Millionen Euro bürgen soll. Die Zusage der Hannoverschen Volksbank liegt laut Bade vor.

Bereits vor einem Jahr habe er seinen Plan den Politikern vorgestellt. „Keine Partei hat seitdem mit mir Kontakt aufgenommen. Das alte Bad ist nicht sanierungsfähig, und keiner der Politiker hat einen Plan B in der Tasche“, kritisiert Bade. Daher sei für ihn jetzt klar: „Wenn bis Mitte 2019 keine Entscheidung getroffen ist, ist das Projekt gestorben.“ Er suche bereits das Gespräch mit anderen Kommunen. „Ich werde auch mit Unternehmen sprechen“, kündigt der SC-Chef an. Diese könnten für die 1,5 Millionen Euro eintreten, für die die Gemeinde bürgen sollte. „Es handelt sich schließlich nicht um ein kommunales Projekt, sondern um ein Privatprojekt der Hallenbad Isernhagen Betreiber GmbH.“ Sollte sich die Gemeinde aus dem Projekt zurückziehen, werde es aber auch keine Sonderkonditionen mehr für das Schulschwimmen geben.

Morgen hat SC Versammlung

Als Drohung will Bade diese Deadline nicht verstanden wissen – und doch geht er noch einen Schritt weiter: „Sollte bis Mitte 2019 nichts entschieden sein, wird sich der Schwimmclub auch aus der Betreibergesellschaft des alten Hallenbads herausziehen.“ 48 Prozent der Anteile besitzt der Schwimmclub. „Da bin ich gespannt, wer das Hallenbad dann am Laufen hält“, sagt Bade. Bei der Mitgliederversammlung des SC morgen ab 19 Uhr im Hotelrestaurant Amadeus in Altwarmbüchen will er sich dafür die Rückendeckung des Vereins holen. Gäste sind zur Versammlung willkommen.

Auslöser für Bades Äußerungen ist eine öffentliche Mitteilung der CDU-Fraktion. „In letzter Zeit werden vermehrt Stimmen laut, es fehle aus der Politik an zustimmenden Bekenntnissen zu einem neuen Hallenbad“, schreibt darin der Fraktionsvorsitzende Helmut Lübeck. Generell sei ein neues Hallenbad reizvoll und ein Standortvorteil für Isernhagen, „aber keine zwingende Notwendigkeit“. Es könne nicht sein, dass man von den Politikern erwarte, die Idee unreflektiert mit Begeisterung aufzunehmen. Es fehle ein Konzept, das realistische Baukosten, die nachhaltige Finanzierung und die Bezahlung der Folgekosten aufschlüssele.

Ist das Projekt noch zu retten? „Wir bleiben im Gespräch mit Herrn Bade“, sagt Bürgermeister Arpad Bogya. Aber auch er sehe noch Fragezeichen, die bis zu einer Beschlussvorlage im Rat aus dem Weg geräumt werden müssten. „Bis Juni ist ja noch etwas Zeit.“ Die Auffassung Bades, dass es sich um ein privates Projekt handele, würde Bogya infrage stellen: „Herr Bade setzt auf kommunale Flächen, und die Gemeinde hält 24 Prozent der Anteile in der Betreibergesellschaft, die das Bad bauen soll.“ Eine vernünftige Lösung müsse das Ziel sein. „Daran hat auch die Gemeinde großes Interesse“, sagt Bogya.

"Die Grenzen sind erreicht" - Burgwedeler Nachrichten

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